Die "Schellhorner Gilde"

Das Gemeindeleben wird im Wesentlichen durch fünf Säulen geprägt: die Feuerwehr, die Gemeindevertretung, die Kirchengemeinde, der AktivKreis und die Schellhorner Gilde.
Relativ kurz nach dem Zweiten Weltkrieg rief ein Festausschuss am 18. August 1949 zur Gründung einer Gilde in Schellhorn auf. 
Der Anlass war eigentlich der Wunsch nach Gemeinschaft und Geselligkeit, aber man brauchte auch einen Trägerverein für das jährlich stattfindende Kinder- und Volksfest.

Ende der 40-er Jahre war das Kinderfest in Preetz das beliebteste Fest im Einzugsbereich der Preetzer Schulen, an dem auch viele Kinder aus Schellhorn teilnahmen.

Mit der Annahme der Satzung am 24. September 1949 war schließlich die Gründung der "Schellhorner Gilde" vollzogen und die Möglichkeit geschaffen, ein gemeinsames Fest für alle Schellhorner Kinder und Erwachsenen zu veranstalten.
Die Geburtsstätte der Schellhorner Gilde war der Gasthof "Scheel" - später "Schellhorner Berg".
Zum ersten Ältermann wurde August Böttcher gewählt; der Mitgliedsbeitrag belief sich zunächst auf vierteljährlich DM -,50.

In den folgenden Jahren richtete die Gilde viele schöne Feste aus, die von der Schellhorner Bevölkerung durch starke Teilnahme stets unterstützt wurden. Unvergessen sind die Volksfeste in der "Sandkuhle" am Wiesengrund oder das jährliche Herbstvergnügen.

Anfang der 70er Jahre kam in der Gemeinde der Wunsch nach Sportmöglichkeiten für die Bevölkerung auf.
Um die Gründung eines weiteren Vereins zu vermeiden, nahm der Vorstand der Schelhorner Gilde die Anregung auf und prüfte verschiedene Möglichkeiten. 1973 schließlich erfolgte nach einer Satzungsänderung die Übernahme der Trägerschaft für alle sportlichen Veranstaltungen.
Der Vorstand wurde jetzt um einen Sportwart, einen Jugendwart und einen Spartenleiter erweitert.
Die ersten Abteilungen waren Tischtennis und Damengymnastik. 1974 kam dann die Schützenabteilung hinzu.

Viele Übungs- und Abteilungsleiter haben seitdem in ehrenamtlicher Arbeit in der Schellhorner Gilde das Training geleitet; andere wiederum haben die schwierige Arbeit der Verwaltung übernommen.
Trainiert wurde zunächst in der kleinen Mehrzweckhalle der Schellhorner Schule; die heutige Sporthalle wurde erst später errichtet.
!974 wurde der Mitgliederbeitrag auf monatlich 1,00 DM erhöht und für die Sportler 2,00 DM monatlich als zusätzlichen Beitrag eingeführt. 1994 wurden die Beiträge dann zusammengeführt. Aktive Mitglieder zahlten jetzt 10,00 DM, passive 3,00 DM und Familien 20,00 DM monatlich.

Mit dem Bau der neuen Sporthalle konnte das Sportangebot für die Schellhorner Bürger erheblich erweitert werden und es dauerte nicht lange, bis der Wunsch nach einem auf die sportlichen Aktivitäten abgestimmtes Heim geweckt wurde.
Der Grundstein wurde schließlich im Mai 1980 gelegt und am 18. März 1981 fand die feierliche Einweihung des Jugend- und Sportheimes am "Klinkredder" statt.
1985 stimmte die Mitgliederversammlung dann einem Erweiterungsbau zu, der insbesondere der Schützenabteilung eine neue Heimat geben sollte. Die Schlüsselübergabe erfolgte am 8. August 1986.
Jetzt stand für kleinere Treffs ein gesonderter Klubraum zur Verfügung und die Schellhorner Gilde war jetzt auch in der Lage, größere Festveranstaltungen in eigenen Räumlichkeiten durchzuführen.

1988 zählte die Gilde bereits 570 Mitglieder, darunter 350 Aktive, die sich in 17 Sparten betätigten.

Bereits ein Jahr später wurden Wünsche nach einem weiteren Um- und Erweiterungsbau des Jugend- und Sportheimes geäußert, für den die Gemeindevertretung zunächst einen Zuschuss über 180.000 DM zur Verfügung stellte. In ihrer Sitzung im Juli 1991 hatte die Gemeindevertretung dann ohne Gegenstimme beschlossen, die Schellhorner Gilde bei der Erweiterung ihres Heimes zusätzlich zu den bisher bereitgestellten Mitteln finanziell zu unterstützen.

An dieser Stelle soll muss noch einmal betonte werden, dass zwischen der Schellhorner Gilde und der kommunalen Selbstverwaltung bis heute ein äußerst harmonisches Verhältnis besteht.

Bereits 1992 konnte die Mitgliederversammlung im neu gestalteten Sportheim - so wie wir es heute kennen - abgehalten werden. Bei der Suche nach einem neuen Namen erhielt die Bezeichnung "Gildehus" den größten Zuspruch.
Im Juni 2002 wurde mit einem Einweihungsturnier, zu dem mehr als 200 Kicker angereist waren, der zweite Fußballplatz seiner Bestimmung übergeben und am 29. August 2008 wurde ein 140 m² großer Anbau eingeweiht.

In der Zwischenzeit war der ursprüngliche Wunsch nach "Gemeinschaft" und "Geselligkeit" leicht in den Hintergrund verdrängt. Wer von der "Schellhorner Gilde" spricht, denkt in erster Linie an sportliche Aktivitäten - bei einem Angebot von Badminton bis Triathlon nicht verwunderlich; aber einmal im Jahr treffen sich am ersten Septemberwochenende viele Bürgerinnen und Bürger zum beliebten Gemeindefest.

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